Von Barbara Heidenreich - Übersetzung Eleonore Giehl

  

 

Ich wünschte, ich hätte ein besseres Wort als “Training”, um zu beschreiben was ich tue.

Einzig und allein deswegen, weil dieses Wort so unterschiedlich interpretiert wird, dass es für verschiedene Menschen so viele verschiedene Bedeutungen hat. Verschiedene Wege Verhalten zu beeinflussen heißt auch, dass einige Trainingsmethoden den Gebrauch von Aversionen beinhalten. Meine Art von Training empfiehlt dieses Herangehen nicht, aber das, was in der Welt unter Training verstanden wird, trägt noch immer diesen Schatten. Das Wort Training ist auch mit bestimmten Aktivitäten verbunden, die von Tieren verlangt oder erzwungen wurden, die unsere heutige Kultur nicht mehr akzeptabel findet. So zum Beispiel erinnere ich mich an eine Fernsehshow in meiner Kindheit samstags morgens, in der Schimpansen menschliche Kleidung trugen und Detektiv spielten.

Glücklicherweise bemüht man sich im Training, genau wie in jedem anderen Berufszweig, um Weiterentwicklung und Verbesserung. Der heutige fortschrittliche Trainer hat sich einem gewaltfreien Ansatz verschrieben, indem er wissenschaftlich fundierte Prinzipien zur Beeinflussung des Verhaltens anwendet. Des Weiteren sind die Verhaltensziele ziemlich überwältigend. Die meisten sind mit der Anwendung von wissenschaftlich basierenden Trainingsmethoden vertraut, um Verhaltensprobleme insbesondere bei Haustieren zu lösen. Aber wussten Sie, dass Training auch angewandt wird um Tiere dahingehend zu trainieren, dass sie bei ihrer eigenen medizinischen Versorgung mitarbeiten? Eine meiner Hauptaufgaben heutzutage ist es, Zootiere zu trainieren, dass sie freiwillig Injektionen oder Blutentnahmen akzeptieren. Ein Tier zu betäuben kann sehr riskant sein. Häufig kann Training dieses Problem vollständig eliminieren und erlaubt es den Pflegern sicherzustellen, dass Tiere eine erforderliche medizinische Versorgung schnellstmöglich erhalten.

Training gibt den Menschen auch eine Gelegenheit, auf eine gesunde Art und Weise mit Tieren in Kontakt zu kommen. Ich habe oftmals gedacht, dass Zoobesucher, die an Scheiben klopfen, den Tieren zurufen oder auf andere Weise versuchen, die Beachtung eines Tieres zu erlangen, dies nicht tun, weil sie böse Menschen sind, sondern vielmehr möchten diese Menschen tatsächlich, dass die Tiere auf sie reagieren. Durch Training können wir Verhalten lehren, das die Interaktion mit Gästen ermöglicht, und zudem aber auch sicher und erfreulich für beide Seiten ist – die Tiere und die Gäste. Am aller wichtigsten ist jedoch, dass wir dieser Erfahrung noch eine erzieherische Komponente hinzufügen können. So können wir aus Engagement eine Inspiration zum Naturschutz machen. (Hier ist ein Video von Avian Behavior International, in dem Gäste den Tag mit Cisco, dem Peruanischen Wüstenbussard beim Fliegen verbringen.)

Dank der Studien, die durch Training ermöglicht wurden, haben wir mehr über die erstaunlichen Fähigkeiten der Tiere gelernt. Schauen Sie sich diese faszinierende Studie über die Echolot-Kommunikation bei Delfinen an, die ohne Training niemals hätte durchgeführt werden können.


Die Liste der vielen wundervollen Vorteile des Trainings ist lang. Training wurde angewandt, um Tiere in Artenschutz und Arterhaltungsprogrammen zur Auswilderung vorzubereiten. In Zoos wird Training täglich angewandt um die tägliche Versorgung zu erleichtern. Vorsorgeuntersuchungen sind dank Training ein Kinderspiel. Und indem wir uns im Training mit ihnen beschäftigen, entdecken wir erstaunliche Dinge über unterschätzte Tierarten. Sicherlich verstehen die meisten Menschen in meiner Welt den Wert und die Bedeutung des Wortes “Training”. Aber ich hoffe, dass ich die Schatten der alten Tage des Trainings beseitigen, und weiterhin die Arbeit der heutigen fortschrittlichen Trainer erleuchten kann, und somit helfe, den Tierschutz, die Bindung zwischen Mensch und Tier zu verbessern und Naturschutzbemühungen zu unterstützen.


Die Trainer von heute machen diese Welt zu einem besseren Ort für Tiere.


Barbara Heidenreich Copyright 2016
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Anmerkung der Redaktion:
In diesem Zusammenhang möchte ich noch mal auf den Artikel:
"Falsche Götter am Papageienhimmel"
hinweisen.